Lichtverschmutzung – die verlorene Nacht
Nach aktueller Forschung ist Lichtverschmutzung eine der Hauptursachen für den dramatischen Rückgang von nacht- und dämmerungsaktiven Lebewesen und das
Insektensterben. Zugvögel werden durch Lichtimmissionen in ihrer Orientierung gestört, für Singvögel gehen Abend- und Morgendämmerung nahtlos ineinander über, lichtscheue Fledermausarten werden verdrängt und lokal kann es zum Verlust von ganzen Nachtfalterpopulationen kommen.
Ganz schleichend ist die Nacht auch für uns verloren gegangen. Heute leuchtet der Planet Erde, während wir schlafen. Und das in Zeiten eines globalen Klimawandels und der unabdingbaren Notwendigkeit, unseren Energieverbrauch zu drosseln

Projekt: Die Nachtretter
Der BUND Baden-Württemberg/BUND Ortsverband Ettlingen möchte mit dem Projekt „Die Nachtretter“ die Dunkelheit als schützenswertes Ökosystem begreifbar machen und zu einem sinnvollen Umgang mit künstlichem Licht anregen.
Selbst aktiv werden – Wir alle können im eigenen Zuhause etwas gegen Lichtverschmutzung tun
Beleuchtung am Haus und im Garten sparsam einsetzen
Viele private Hausfassaden und Gärten werden unnötig beleuchtet oder es werden Lampen eingesetzt, die nach oben nicht abgeschirmt sind und die ganze Nacht in alle Richtungen
leuchten. „Mit solch einer Beleuchtung wird die ganze Arbeit, die tagsüber in den insektenfreundlichen Garten gesteckt wird, nachts zunichte gemacht. Denn künstliches Licht im Garten ist immer schädlich. Jede*r Gartenbesitzer*in sollte sich die Frage stellen, welche Lichtquelle brauche ich in meinem Garten tatsächlich und wie kann ich deren schädliche Wirkung auf unsere Tierwelt verringern?“, sagt Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin des BUND Baden-Württemberg.

Auch Solarleuchten leuchten
Häufig sind Hauseingänge, Hofeinfahrten, Fassaden und Gärten mit vermeintlich umweltfreundlichen Solarlampen beleuchtet. Solar-Lichterketten und Solarlampen im Garten nur einschalten, wenn man sich dort aufhält Auch wenn es vielleicht nur um einzelne Lampen oder Solarleuchten geht, so haben sie dennoch großen Einfluss auf alle Tiere in ihrem Umfeld: Vom Igel bis zu den Nachtfaltern, Fledermäusen und nachts ruhebedürftigen Gebäudebrütern. Während wir unsere Rollläden herunterlassen, können sich die Tiere nicht dagegen wehren, wenn wir die Nacht vielerorts zum Tag machen.
Gesetzliche Vorgaben ernst nehmen
Seit 2023 dürfen Fassaden laut dem baden-württembergischen Naturschutzgesetz im Sommerhalbjahr gar nicht mehr und im Winter nur bis 22 Uhr beleuchtet werden.
Wenn wir die Nacht wieder dunkel sein lassen, hilft das allen: Menschen, Tieren, Pflanzen, Ökosystemen.
Einfach mal abschalten und die Nacht retten! Sind Sie dabei?
Weitere Infos für Nachtretter*innen unter https://www.bund-bawue.de/themen-und-projekte/naturschutz/nachtretter/
Melden Sie sich gerne bei uns ! Ihr BUND Ortsverband Ettlingen
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